Mein Freund Andreas ist geschäftlich und privat viel unterwegs und kauft gern Liköre ein. Die letzte Ausbeute stammt von La Reunion, einer französischen Urlaubsinsel im indischen Ozean.
Sind Gäste bei ihm, verkostet er sie immer mit einer Likörprobe. Von ihm habe ich die Idee «Likörreisen». Er verwöhnt auch mich mit Spezialitäten, und weiß allerlei Geschichten über seine Liköre zu erzählen.
Eine wunderbare Tradition ist es, einige Liköre zu probieren und zu schauen, auf welchen Früchten sie basieren, und aus welcher Region er sie mitbrachte. Likör hält unglaublich lange, und ein guter Gastgeber hält für seine Gäste gern Liköre bereit.
In Porto wird seit vielen Jahren ein besonders süßer und alkoholhaltiger Wein produziert; der Portwein. Sucht man nach ihm, findet man schon «auf halber Wegstrecke» zahlreiche Ableger, der wohl bekannteste davon ist der Sherry. Der Unterschied vom Portwein zum Sherry ist; Portwein reichert man auf halber Strecke des Gärungsprozesses an, was zu einer schwereren, reichhaltigeren und süßeren Textur führt. Indes man Sherry am Ende des Gärungsprozesses anreichert. Jedenfalls sind diese allesamt Dessertweine und eher mit Likören als mit Weinen verwandt, zumindest meiner Ansicht nach.
Süße Weine bilden den Ausklang eines feinen Essens. Die Definition «Likör» ist umstritten, man geht allerdings von einem Alkoholgehalt von 15-30% aus. «Egal, Hauptsache sie bereichern unser Essen und schmecken uns!»
«Nach einem genüsslichen Essen freue ich mich auf einen feinen Dessertwein oder Likör – wie dem auch sei!»
Ein Arbeitskollege hatte eine Tante, die selbst in kleinen Mengen Eierlikör herstellte. Sie hatte ihn immer zügig verkauft und selbst einen speziellen Geschmack. Eierlikör ist immer noch jener Likör, der am meisten verkauft wird.
Oft in den Discountern, denn er passt sagenhaft zu Eis und ist einfach zu besorgen; Eierlikör-Torte gibt`s sogar beim Bäcker gegenüber. Der Eierlikör wird auch gern in Waffeln serviert.
Im Internet fand ich «beim Chefkoch» einen Eierlikör nach DDR-Tradition. Den stellte man dort tatsächlich gern her. Wichtig dabei sei ein ordentlicher 54%iger Rum.
Hier ist ein Rezept gelistet, das verrät, wie Eierlikör selbst hergestellt werden kann:
Der Churer Röteli ist eine alte Bündner Spezialität. Die Familie Ullius aus Chur stellt ihn bereits in fünfter Generation her. Seine Geschichte und Tradition geht auf das Jahr 1012 zurück. Ein Rezept gelangte damals in die Hände einer Drogisten-Familie, diese verfeinerte ihn laufend. Andrea und sein Vater Hans Ullius führen die Tradition heute weiter.
Viel Handarbeit steckt drin. Höchste Qualität ist eines vom wichtigsten, sorgsam werden die Zutaten ausgewählt. Die Familie ist mit viel Elan und Freude dabei, und mietete sich nahe des Obertors in Chur ein.
In Chur wird gezeigt, wie die Produktion funktioniert. Dabei wird allerhand zur Geschichte erzählt. Bei der Degustation gibt es den Churer Röteli mit einem Stück Birnbrot, jede Person zahlt dafür CHF 10.– oder für mitsamt Bündner Spezialitäten, wie Salsiz und Käse CHF 25.–. Eine Gruppe sollte mindestens fünf Personen umfassen, darf aber maximal 25 Personen nicht überschreiten.
Der Treffpunkt zu Führungen (auf Anmeldung hin) ist auf dem Ochsenplatz, respektive neben dem Brunnen und dem Zuckerbäcker beim Eisentor. Das ist einfach zu finden: Einfach durch das Obertor rein und schon befindet man sich auf dem Ochsenplatz.
Ich besuchte die Stadt Chur im August 2020 und war sehr von der Altstadt und den vielen Cafés angetan. Beeindruckend fand ich auch, dass, obwohl beachtliches Handwerk dahintersteckt, der Likör im Coop und in vielen weiteren Läden gekauft werden kann. Jeder kann sich davon überzeugen lassen.
Andrea Ullius Obere Plessurstrasse 20 CH-7000 Chur +41 79 211 13 23 info@ullala.ch ullala.ch